Zu den Schwerpunkten unserer Klinik gehört die Behandlung von Tinnitus-Betroffenen sowie von Rehabilitanden mit damit häufig verbundenen Erkrankungen, wie Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) und Schwindel (M. Menière).
Unsere Konzepte für die Behandlung von Tinnitus, Hyperakusis oder Morbus-Menière haben wir Ihnen hier bereitgestellt.
Die Celenus Parkklinik Bad Bergzabern behandelt seit über 25 Jahren Patienten, die an einem chronischkomplexen Tinnitus leiden, und hat für diese Patienten eigene Behandlungsmodule geschaffen. Da Tinnitus häufig mit Überlastung (Burn-out) oder anderen psychosomatischen Problemen verbunden ist, ist die Behandlung in einer psychosomatischen Klinik sinnvoll, da auch zusätzlich Kompetenzen auf anderen Gebieten genutzt werden können.
„Tinnitus“ bezeichnet Ohr- und Kopfgeräusche, die von den Betroffenen als unangenehmes Pfeifen, Zischen, Klingen oder Rauschen ohne identifizierbare äußere Schallquelle wahrgenommen werden. Fast die Hälfte aller Erwachsenen bemerken irgendwann einmal ein Tinnitusgeräusch. Nur etwa 8 % der Erwachsenen fühlen sich dadurch beeinträchtigt. Bei 1-2 % der erwachsenen Bevölkerung stellt das Geräusch eine die Lebensqualität schwer beeinträchtigende Erkrankung dar. Diese Patienten mit einem sogenannten „chronischen, komplexen (dekompensierten) Tinnitus“ stellen die Zielgruppe des Behandlungskonzeptes dar.
Tinnitus ist keine Erkrankung per se, sondern ein Symptom. Deshalb ist eine gründliche differentialdiagnostische Abklärung unverzichtbar. Hauptursache des Tinnitus sind Störungen übergeordneter Hörfunktionen. Daneben ist chronisch komplexer Tinnitus häufig vergesellschaftet mit Depression, Verstimmung, Beeinträchtigungen der Sprachkommunikation, Angststörungen (Panik, Agoraphobie, soziale Phobie), sozialem Rückzug und dem Missbrauch psychotroper Substanzen. Klinisch beobach tete „Grundhaltungen“ von Betroffenen mit chronisch komplexem Tinnitus zeigen hohes Kontrollbedürfnis, eine ausgeprägte „Kopf-Bezogenheit“, Schwierigkeiten, Kränkungen emotional zu verarbeiten, Perfektionismus in bestimmten Bereichen, hohe Verantwortungsbereitschaft, eine Grundhaltung des „Durchhaltenmüssens“ und die Neigung zu innerer Unruhe, Hektik und Zeitdruck.
Tinnitus-Patienten leiden an einer nicht erfolgenden Anpassung ihrer Aufmerksamkeit „weg vom Tinnitus“. Dieses erstmals 1987 formulierte Konzept wurde zwischenzeitlich durch bildgebende Verfahren bestätigt. Danach leiden Tinnitus-Patienten an einer fehlenden Gewöhnung an das empfundene Ohrgeräusch. Erhöhte Ablenkbarkeit, hohe individuelle Erregung oder die subjektive Bedeutung, die dem Tinnitus zugeschrieben wird, können die Belastung verstärken und aufrechterhalten. Während wir uns üblicherweise an Umgebungsgeräusche gewöhnen, falls ihnen nicht eine Warnfunktion zukommt, ist diese Fähigkeit des Gehirns bei den betroffenen TinnitusPatienten beeinträchtigt. Statt das Tinnitusgeräusch wegzufiltern, wie etwa das Begleitgeräusch eines Computers oder einer laufenden Heizung, bleibt das Geräusch im Fokus der Aufmerksamkeit und die Patienten werden dadurch belastet. Verschiedene Faktoren können die Symptomatik verstärken und eine Besserung erschweren, wie z. B. erlernte Hilflosigkeit, ein negatives Selbstkonzept, geringes Vertrauen in eigene Fähigkeiten, hohe Erwartungen an Hilfe von außen, schlechte Wahrnehmung eigener Gefühle und Bedürfnisse oder die „Nutzung“ des Tinnitus als „Sündenbock“, als Grund für Vermeidung oder erhöhte Aufmerksamkeit und Zuwendung.
Die moderne verhaltensmedizinische Behandlung des chronisch komplexen Tinnitus erfolgt interdisziplinär durch Ärzte, Psychologen, Körper- und BewegungsTherapeuten. Die Kombination verschiedener Therapie-„Bausteine“ zielt darauf ab, dem Patienten zu helfen, die chronische Tinnitusbelastung zu bewältigen. Nach heutigem Wissensstand gehören dazu insbesondere:
1. Eine fundierte Erklärung des Krankheitsgeschehens mit Abbau ungünstiger Befürchtungen.
2. Eine Beratung bezüglich gangbarer Wege, sich an den Tinnitus zu gewöhnen und die Reaktion auf das Symptom wieder auf ein normales Niveau zu bringen (Retraining) bis hin zu dem erreichbaren Fernziel, den Tinnitus „zu überhören“. Zusätzlich besteht beim chronisch komplexen Tinnitus die Indikation zur verhaltensmedizinischen Behandlung der begleitenden psychosozialen Probleme. Dazu kann auch auf die psychosomatischen Behandlungsmodule der Klinik zurückgegriffen werden.
Mehrere kontrollierte Studien haben die Wirksamkeit verhaltensmedizinischer Verfahren bei der TinnitusBehandlung überzeugend nachgewiesen. Diese werden in der Celenus Parkklinik durch ein gruppentherapeutisches Behandlungssetting, begleitet von einer Einzeltherapie durch einen Bezugstherapeuten realisiert.
Im Überblick können folgende „Bausteine“ der Tinnitusbehandlung unterschieden werden, die den betroffenen Patienten offen stehen:
Ärztliche Abklärung
Bezugstherapie (mit dem persönlich zugeordneten Therapeuten)
Tinnitusgruppe
Spezielle Bewegungstherapie:
Achtsamkeitstraining:
Allgemeiner Klinikrahmen:
Die Celenus Parkklinik Bad Bergzabern behandelt seit über 25 Jahren Patienten, die an einer Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) leiden. Dabei tritt Hyperakusis oft mit Tinnitus auf, kann aber auch isoliert vorhanden sein. Ein interdiziplinäres Team von Fachärzten, Psychologen, Körper- und Bewegungstherapeuten der Celenus Parkklinik hat für diese Patienten entsprechende Behandlungsmodule entwickelt. Da Hyperakusis häufig mit Überlastung (Burn-out) oder anderen psychosomatischen Problemen verbunden ist, ist die Behandlung in einer psychosomatischen Klinik sinnvoll, da so auch Kompetenzen auf anderen Gebieten genutzt werden können.
Hyperakusis bezeichnet eine Geräuschüberempfindlichkeit gegenüber alltäglichen Umweltgeräuschen, die von den betroffenen Menschen als zu laut, zu unangenehm oder als zu bedrohlich wahrgenommen werden. Unabhängig von der Tonqualität besteht eine Überempfindlichkeit auch auf relativ leise Geräusche, lautere Geräusche können sogar eine körperliche Symptomatik auslösen. Dabei liegen die als subjektiv unerträglich empfundenen Geräusche objektiv nicht im Lautstärkenbereich einer Lärmschädigung des Hörsystems. Ebenso behandlungsbedürftig sind Geräuschüberempfindlichkeiten im Bereich des Hörschadens als Folge einer Innenohrschädigung (Rekruitment), die Phonophobie und die Misophonie als Reaktion nur auf bestimmte leise oder normale Geräusche.
Epidemiologische zuverlässige Daten liegen zur Zeit noch nicht vor. Nach einer epidemiologischen Studie der Deutschen Tinnitus Liga e. V. (DTL, Wuppertal 1999) geben 34 % der Befragten mit Tinnitus zusätzlich eine Geräuschüberempfindlichkeit an. Nach einer Schätzung von Nelting et al., Bad Arolsen 2002, leiden ca. 0,6 % der deutschen Gesamtbevölkerung an einer behandlungsbedürftigen Hyperakusis. Eine geschlechtsspezifische Präferenz ist bis jetzt nicht bekannt.
Hyperakusis-Patienten leiden an einer Störung der Hörverarbeitung. Die zentralen Hörfilter des Gehirns, die Nutzschall verstärken und Störschall abschwächen, funktionieren nicht. Es erfolgt eine Verstärkung aller Hörsignale. Die Patienten erleben sich in einem „Teufelskreis“ mit verstärkter Wahrnehmung von Geräuschen, resultierenden aversiven, negativen Gedanken, Gefühlen und vegetativer Stresssymptomatik, die zur Vermeidung von Geräuschen und damit zu einer weiteren Erhöhung der Geräuschüberempfindlichkeit führen. Während gesunde Menschen sich nach einer ersten Orientierungsreaktion an Umgebungsgeräusche, sofern sie keinen Warncharakter haben, gewöhnen, reagieren Hyperakusis-Patienten mit einer Alarmreaktion und weiterer Sensibilisierung für Geräusche. Es wird verständlich, dass HyperakusisPatienten versuchen, Geräuschquellen zu vermeiden. Die Vermeidung von Geräuschen kann bis zur völligen sozialen Isolierung führen mit Folgeerkrankungen wie z. B. Depressionen, Angststörungen und dem Missbrauch psychotroper Substanzen. Einen regelhaften Verlauf der Erkrankung gibt es nicht. Der Verlauf ist abhängig von dem individuellen Hörsystem, der Persönlichkeit und Umweltfaktoren. Es gibt unbehandelt sowohl Spontanremissionen als auch eine fortschreitende Symptomatik. Die Prognose ist bei fachgerechter Behandlung gut.
Hyperakusis tritt einerseits mit bestimmten anderen Krankheiten, andererseits auch als eigenständiges Krankheitsbild auf. Daher steht zunächst eine umfangreiche differentialdiagnostische Abklärung im Vordergrund der Behandlung, sofern diese noch nicht erfolgt ist. Im weiteren erfolgt im Rahmen einer modernen multimodalen verhaltens-medizinischen Behandlung ein individuell abgestimmtes multifaktorielles Therapiekonzept je nach Hörsystemstatus, Persönlichkeit und gegebenenfalls zusätzlich belastendenden psychosozialen Umständen des Patienten. Ziel ist es dem Patienten zu ermöglichen, Vermeidungsverhalten gegenüber Geräuschen reduzieren zu können, um seinen Lebensradius und damit seine Lebensqualität schrittweise wieder zu erweitern. Nach heutigem Wissensstand gehört dazu insbesondere eine fundierte Aufklärung über das Krankheitsgeschehen mit Abbau von ungünstigen Befürchtungen und schrittweisem Erlernen von Bewältigungsstrategien sowie ein gezieltes Hörtraining zur Wiederherstellung der internalen Kontrollattribution über alarmierende Hörsituationen.
Bei der Hyperakusis wird nach heutiger medizinischer Kenntnis von einem multifaktoriellen Erklärungsmodell der Beschwerden ausgegangen. Bei der Behandlung steht deshalb der ganze Mensch im Mittelpunkt. Dies ist bei einem multimodalen verhaltensmedizinischem Konzept überzeugend gegeben. Durch ein gruppentherapeutisches Behandlungssetting begleitet von einer Einzeltherapie durch einen Bezugstherapeuten in enger Kooperation mit dem zuständigen Arzt werden Hyperakusis-Patienten in der Celenus Parkklinik individuell und zugeschnitten auf ihre persönlichen Umstände betreut.
Im Überblick können folgende „Bausteine“ der Hyperakusisbehandlung unterschieden werden, die den betroffenen Patienten offen stehen:
Ärztliche Abklärung
Bezugstherapie (mit dem persönlich zugeordneten Therapeuten)
Hyperakusis-/Tinnitusgruppe
Hörtraining
Spezielle Bewegungstherapie:
Achtsamkeitstraining:
Allgemeiner Klinikrahmen:
Die Menière’schen Erkrankung ist eine nach dem französischen Arzt Prosper Menière benannte Innenohrerkrankung. Bei dieser kommt es infolge einer Stauung der Innenohrflüssigkeit (Endolymphe) zu Störungen des anatomisch miteinander verbundenen Gleichgewichts- und Hörorgans. Die genauen Ursachen der Erkrankungen sind nicht bekannt. Vermutet werden entzündliche Prozesse, hormonelle Einflüsse, Stoffwechsel- und Durchblutungsänderungen im Innenohrbereich. Psychosoziale Stressoren sollen das Auftreten von Anfällen begünstigen. Die Erkrankung ist mit einer Häufigkeit von ein bis drei Betroffenen pro tausend Einwohner der Industrienationen relativ selten.
Die Erkrankung kann einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen mit nur wenigen, sehr seltenen Anfällen oder aber mehreren Anfällen pro Woche verbunden mit einem progredienten Hörverlust.
Die Erkrankung ist typischerweise charakterisiert durch die nachfolgende Symptomtrias:
Die Anfälle dauern zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden. Die Betroffenen leiden vor allem unter dem wiederkehrenden Schwindel, der ihnen richtiggehend den Boden unter ihren Füßen zu entziehen scheint, d. h. verbunden ist mit einer hochgradigen, teilweise zur Geh- und Stehunfähigkeit führenden Gleichgewichtsstörung, massivem Erbrechen, Erleben von Hilflosigkeit und Kontrollverlust sowie Angst, die sich bis zur Panik steigern kann.
Die Schwindelattacken können den beruflichen und privaten Aktionsradius der Betroffenen erheblich stören und diese massiv verunsichern und einschränken. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich im Gefolge häufig psychosomatische Folgeerkrankungen entwickeln. Dabei handelt es sich häufig um eine wachsende Erwartungsangst vor weiteren Schwindelanfällen verbunden mit übermäßiger ängstlicher Selbstbeobachtung, Daueranspannung sowie diversen organischen Angst- und Spannungszeichen, wie bspw. Dauerschwankschwindel, Schweißausbrüchen, Herzklopfen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen.
Der unspezifische ängstliche Schwankschwindel kann tage- und wochenlang anhalten und muss von dem Innenohr bedingten Drehschwindel unterschieden werden. Beim ängstlichen Schwankschwindel können Betroffene im Gegensatz zu dem Innenohrschwindel Gegenstände im Raum fest fixieren, da es nicht zu dem ärztlicherseits nachweisbaren Augenzittern kommt. Außerdem fehlt die ausgeprägte Störung des Steh- und Gehvermögens. Festes Aufstampfen mit den Füßen kann beim ängstlichen Schwankschwindel das Vertrauen in das eigene Gleichgewicht erhöhen.
Eine weitere psychosomatische Folgeerkrankung besteht in längerdauernden depressiven Reaktionen. Diese beruhen zum einen auf der aus der Erkrankung resultierenden Ohnmacht und Hilflosigkeit, andererseits auf den damit häufig verbundenen Einschränkungen des Lebensradius (Verlust der beruflichen Leistungsfähigkeit, Inaktivität und sozialer Rückzug im Privatleben). Teilweise kommt es auch zu einem ausgeprägten Leiden wegen der Ohrgeräusche und der anfangs zumeist schwankenden, später zunehmenden Hörminderungen. Die schwankenden Hörstörungen können anfangs als Hörstürze fehlgedeutet werden.
Empfohlen werden eine gründliche Hals-Nasen-Ohrenärztliche Abklärung mit Erhebung der Spiegelbefunde, Ton- und Sprachaudiogrammen, Überprüfung des peripheren Gleichgewichtsorgans, Hirnstammaudiometrie (BERA). Im Einzelfall können weitere HNO-ärztliche Untersuchungen (Elektrocochlear- und Vestibulographie, Glyzerintest nach Klockerhoff, Lasixtest), eine Bildgebung des Felsenbeins und des Gehirns sowie eine interdisziplinäre neurologische und internistische Ausschlussdiagnostik notwendig werden.
Diagnostisch abzugrenzen sind der nur maximal 30 Sekunden dauernde, durch Lagerung auf eine Seite auslösbare gutartige, sogenannte paroxysmale Lagerungsschwindel, der wochenlang anhaltende, mit Gleichgewichtsstörungen verbundene Drehschwindel nach einseitigem Labyrinthausfall oder Schwindel bei neurologischen Erkrankungen des Gehirns und der Nervenbahnen (Entzündungen, Tumore, Schlaganfälle, Schädigungen der Beinnerven). Internistische Differentialdiagnosen sind Kreislauf- und Stoffwechselveränderungen, wie Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen.
Es bestehen folgende Möglichkeiten, die Symptomatik positiv zu beeinflussen:
Ärztliche Abklärung
Bezugstherapie (mit dem persönlich zugeordneten Therapeuten)
Spezielle Bewegungstherapie:
Achtsamkeitstraining:
Allgemeiner Klinikrahmen: